Stress beim Pferd erkennen

Frühe und deutliche Anzeichen, woran du Entspannung erkennst und was deinem Pferd hilft, wieder zur Ruhe zu kommen.

Von Theres Lang · 5 Minuten Lesezeit

Theres Lang lehnt im Gegenlicht ruhig an der Stirn ihres Pferdes
„Mein Pferd ist so schnell gestresst. Ich will ihm helfen, weiß aber nicht wie.“
Stress früh erkennen und regulieren ist der Kern meiner Arbeit.

Je früher du merkst, dass es deinem Pferd zu viel wird, desto leichter kannst du gegensteuern. Die ersten Anzeichen sind oft leise.

Ein Fohlen liegt entspannt im Heu neben seiner Menschin

Warum Stress im Training eine Rolle spielt

Pferde sind Fluchttiere. Unter Stress stellt sich der Körper auf Flucht oder Verteidigung ein, und für Lernen bleibt wenig Raum. Was ein Pferd in diesem Zustand erlebt, verknüpft es außerdem leicht mit Angst. Deshalb ist ein bewusster Umgang mit Stress fester Teil meiner Arbeit.

Frühe Anzeichen

  • Angespannte Maulpartie, fest geschlossene Lippen
  • Falten über dem Auge, starrer Blick, sichtbares Augenweiß
  • Hoch getragener Kopf, fester Hals
  • Ohren starr in eine Richtung oder ständig in Bewegung
  • Schnelle, flache Atmung
  • Häufiges Schweifschlagen
  • Plötzliches Erstarren: Das Pferd wird ganz still

Gerade das stille Erstarren wird leicht übersehen, weil das Pferd scheinbar „brav“ ist.

Deutliche Anzeichen

  • Scharren, Tänzeln, nicht stehen bleiben können
  • Losstürmen, Steigen oder Buckeln
  • Schwitzen ohne Anstrengung
  • Häufiger Kotabsatz

Schmerzen können ganz ähnlich aussehen. Wenn dein Pferd plötzlich oder dauerhaft so reagiert, lass es tierärztlich untersuchen.

Theres Lang hockt im Gegenlicht vor zwei Pferden und hält einem die Hand hin

Woran du Entspannung erkennst

  • Kauen und Lecken
  • Der Kopf sinkt, der Hals wird lang
  • Tiefes Ausatmen oder Abschnauben
  • Weiches Auge, lockere Unterlippe

Was deinem Pferd hilft

  • Anforderung verkleinern: mehr Abstand zum Auslöser, kleinere Schritte, kürzere Einheiten.
  • Pausen machen: Gib deinem Pferd Zeit, die Anzeichen von Entspannung zu zeigen, bevor es weitergeht.
  • Ruhe belohnen: Mit positiver Verstärkung lohnt sich entspanntes Verhalten für dein Pferd.
  • Vorhersehbar sein: Klare Abläufe geben Sicherheit.
  • Bei dir anfangen: Deine Atmung und deine Anspannung spürt dein Pferd. Mit Yoga und EFT arbeitest du an dir selbst.

Warum Belohnung dabei so gut funktioniert, erkläre ich im Beitrag Positive Verstärkung beim Pferd.

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